In der Gemmologie gilt: Nur Chrysoberyll darf schlicht "Katzenauge" heißen — alle anderen Steine mit Chatoyanz müssen ihren Mineralnamen voranstellen (Turmalin-Katzenauge, Aquamarin-Katzenauge). Dieser Sonderstatus spricht für sich.
Der Chatoyanz-Effekt
Chatoyanz entsteht durch zahlreiche parallele Hohlkanäle oder Nadeleinschlüsse im Kristall, die Licht senkrecht zu ihrer Ausrichtung reflektieren. Der Cabochon-Schliff mit seiner gewölbten Oberfläche bündelt dieses Licht zu einem scharf definierten Lichtstreifen, der beim Kippen des Steins über die Oberfläche zu wandern scheint. Je dichter und paralleler die Einschlüsse, desto schärfer das Katzenauge.
Qualitätskriterien
| Kriterium | Top-Qualität | Kommerzielle Qualität |
|---|---|---|
| Schärfe | Messerscharfes Band | Diffuses, breites Band |
| Lage | Exakt zentriert | Außermittig |
| Farbe | Honiggelb, Apfelgrün | Blass, braun |
| Öffnen/Schließen | Klares Öffnen bei zwei Lichtern | Kaum sichtbar |
Herkunft und Preise
Sri Lanka (Ratnapura) ist die historisch bedeutendste Quelle für Chrysoberyll-Katzenaugen. Die ceylonischen Steine gelten durch ihre honiggelbe Farbe und scharfen Katzenaugen als Referenz. Brasilianische Steine zeigen oft ein leicht blasseres Gelb. Indische Katzenaugen variieren stark in Qualität.
