Härte (Mohs)7.0
Dichte (g/cm³)2,58–2,64
Brechungsindex1,530–1,540
Chemische FormelSiO₂ mit Ni²⁺-Einlagerungen
KristallsystemTrigonal (kryptokristallin)
HerkunftAustralien (Queensland), Polen (Schlesien), Kasachstan, Brasilien
Preis (€/ct)5–200
Seltenheitmittel
BehandlungKann ausbleichen (direkte Sonneneinstrahlung meiden)

Friedrich der Große von Preußen liebte Chrysopras so sehr, dass er das Schloss Sanssouci damit ausschmücken ließ. Alexander der Große soll ihn immer getragen haben. Der einzige Chalcedon, der durch Nickel — nicht Eisen — gefärbt wird. Ein frisches Apfelgrün, das jahrhundertelang Könige begeisterte.

Nickel: Der einzigartige Farbgeber

Chrysopras (SiO₂ mit Ni²⁺) ist der einzige Chalcedon, dessen Farbe durch Nickel (statt Eisen oder Mangan) erzeugt wird. Das Nickel lagert sich als Nontronit oder andere Nickelsilikate in der Chalcedon-Struktur ein. Das Ergebnis: Ein charakteristisches Apfelgrün bis Mintgrün — frisch, klar, ohne Gelbton. Je nach Nickelgehalt von blassem Mintgrün (unter 0,5% Ni) bis zu leuchtendem Intensivgrün (über 1% Ni). Die beste Qualität: Australisches Chrysopras aus Queensland mit dem intensivsten, gleichmäßigsten Grün weltweit.

Friedrich der Große und Sanssouci

Friedrich II. von Preußen (1712–1786) war bekennender Chrysopras-Liebhaber. Er ließ das Schloss Sanssouci (Potsdam) mit Chrysopras-Einlagen in Tabatieren (Schnupftabakdosen) und Möbeldekor ausstatten. Die Berliner Sammlungen der Hohenzollern enthalten bedeutende Chrysopras-Objekte. Der Stein war im 18. Jahrhundert als „preußischer Stein" bekannt — obwohl er aus Schlesien (heute Polen) kam.

Szklary: Das historische polnische Vorkommen

Die Chrysopras-Lagerstätte bei Szklary (Niederschlesien, Polen) war vom 14. bis 20. Jahrhundert die bedeutendste Weltquelle. Das schöne apfelgrüne Chalcedon aus Szklary belieferte die europäischen Höfe und wurde für Kunstobjekte und Schmuck der Habsburger, Hohenzollern und Romanows verwendet. Die Lagerstätte ist heute weitgehend erschöpft; polnisches Chrysopras auf dem Markt: historische Stücke und Sammlermaterial.

Australien: Die beste Quelle heute

Australisches Chrysopras aus Queensland (besonders Marlborough, Rockhampton, Gympie) zeigt das intensivste, gleichmäßigste Grün weltweit. Seit den 1960er Jahren dominiert Australien den Markt. Die Farbe bleibt stabiler als schlesisches Material, das teils unter Austrocknung litt.

Pflege: Licht und Wärme meiden

Chrysopras ist lichtempfindlich: Nickel-Farbzentren können durch UV-Strahlung und Wärme bleichen. Nach starker Sonnenexposition oder Austrocknung kann die Farbe matter werden. Abhilfe: leichtes Befeuchten und dunkle Lagerung können die Farbe teilweise zurückbringen.

Preise

QualitätPreis/ct
Blassmintgrün, kommerziell3–20 €
Intensives Apfelgrün, Queensland, eye-clean20–80 €
Top-Australisch, Vivid Green, transluzent50–200+ €

Häufige Fragen

Chrysopras vs. Jade? Beide grün, beide transluzent bis opak. Chrysopras: frischeres, klareres Apfelgrün, günstig. Jadeit: opaker, zäher, teurer. Chrysopras hat eine eigene historische Bedeutung — kein Jadeit-Ersatz, sondern ein eigenständiger Stein mit königlichem Erbe.

Heilstein-Bedeutung und spirituelle Wirkung

In der Kristallheilkunde und Steinheilkunde wird Chrysopras für folgende Eigenschaften geschätzt. Diese Angaben entstammen überlieferten Traditionen und stellen keine medizinischen Aussagen dar.

EigenschaftZuordnung
ChakraHerz
SternzeichenKrebs
Wirkung (traditionell)Freude, Erfolg, Herzöffnung
Wichtiger Hinweis: Die Wirkungen von Edelsteinen als Heilsteine sind nicht wissenschaftlich belegt. Kristallheilkunde ersetzt keine medizinische Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich an einen Arzt.
Redaktioneller Hinweis Fachlich geprüft von den Gemmologen von Edelsteine-24.eu — eigenes gemmologisches Labor, über 23 Jahre Expertise.