Spektrolith ist kein eigenständiges Mineral — es ist Labradorit in Ausnahmequalität. Der Begriff beschreibt finnischen Labradorit, dessen Labradoreszenz das gesamte Farbspektrum zeigt: Blau, Grün, Gelb, Orange, Rot und Violett können in einem einzigen Stein auftreten.
Spektrolith vs. gewöhnlicher Labradorit
Labradorit kommt weltweit vor, zeigt aber meist nur Blau- und Grüntöne. Spektrolith aus Ylämaa in Finnland zeigt dagegen das vollständige Farbspektrum — Rot und Orange sind besonders selten und steigern den Wert erheblich. Die Ursache liegt in der präzisen Schichtdicke der Albit-Lamellen, die für unterschiedliche Wellenlängen verantwortlich ist.
Fundort Ylämaa
Die Gemeinde Ylämaa in Südostfinnland ist der weltweit einzige bekannte Fundort für Spektrolith in Schmuckqualität. Das Material wurde 1940 bei Straßenarbeiten entdeckt. Der Stein ist das offizielle Nationalgestein Finnlands. Die Minen werden kontrolliert abgebaut — das Material ist selten und die Qualität entsprechend hochwertig.
| Eigenschaft | Spektrolith (Finnland) | Labradorit (Kanada/Madagaskar) |
|---|---|---|
| Farbspektrum | Vollständig (inkl. Rot/Orange) | Meist Blau/Grün |
| Intensität | Sehr hoch | Mittel bis hoch |
| Preis/ct | 30–300 € | 5–50 € |
| Seltenheit | Selten | Häufig |
Qualitätskriterien
Entscheidend ist die Farbvielfalt: Stücke mit Rot und Orange im Farbenspiel sind am seltensten und teuersten. Die Intensität der Labradoreszenz, die Deckung (wie viel Prozent der Fläche zeigt Farbenspiel) und die Schliffqualität bestimmen den Wert. Spektrolith wird meist als Cabochon verarbeitet.