Turmalin ist keine einzelne Verbindung — es ist eine Familie von Borsilikaten, die nahezu jede denkbare Farbe zeigen kann. Ein einziger Kristall kann gleichzeitig mehrere Farben tragen (Bicolor, Watermelon), in jedem Licht anders aussehen (Pleochroismus) und Neonfarben erzielen, die kein anderer Edelstein erreicht.
Die wichtigsten Varietäten
| Varietät | Farbe | Besonderheit |
|---|---|---|
| Paraíba-Turmalin | Neonblau, -grün, -türkis | Kupfer + Mangan, teuerster Turmalin |
| Chrome-Turmalin | Intensiv Smaragdgrün | Chrom-Färbung, Tansania/Kenia |
| Rubellit | Rubinrot bis Pink | Mangan-Färbung |
| Indigolith | Blau bis Blaugrün | Eisen-Färbung |
| Verdelith | Grün (nicht Chrom) | Eisen-Färbung |
| Bicolor-Turmalin | Zwei Farben im Stein | Wechsel der Lösung beim Wachstum |
| Watermelon-Turmalin | Grün außen, Rot/Pink innen | Wassermelonen-Querschnitt |
| Schorl | Schwarz | Eisen-reich, häufigstes Endglied |
Paraíba — der teuerste Turmalin
Paraíba-Turmalin aus dem brasilianischen Bundesstaat Paraíba wurde 1987 von Heitor Dimas Barbosa entdeckt. Seine Neonfarben entstehen durch Kupfer und Mangan — eine Kombination, die in keiner anderen Turmalin-Varietät vorkommt. Brasilianische Paraíbas sind seltener und teurer als die inzwischen gefundenen Varietäten aus Nigeria und Mosambik.
Qualitätskriterien
Bei Turmalin steht die Farbe an erster Stelle: Sättigung, Farbton und Gleichmäßigkeit. Starker Pleochroismus kann störend sein und wird durch den Schliff minimiert. Eye-clean-Qualität ist bei den hochpreisigen Varietäten (Paraíba, Chrome-Turmalin, Rubellit) wichtig. Behandlungen: Erhitzen kann die Farbe verbessern, ist aber weniger üblich als bei Saphir oder Rubin.