Vivianit beginnt seine Existenz farblos. Erst wenn das Mineral dem Licht ausgesetzt wird, oxidieren die Fe²⁺-Ionen zu Fe³⁺ — und das Mineral entwickelt sein charakteristisches tiefes Indigoblau bis Blaugrün. Ein Edelstein, der buchstäblich im Licht reift.
Farbentwicklung durch Oxidation
Vivianit ist eines der wenigen Mineralien, die ihre Farbe durch Lichtexposition fundamental verändern. Im Erdinneren ohne Sauerstoff liegt Eisen als Fe²⁺ vor — der Kristall ist farblos oder hellgrün. An der Luft oxidieren die Fe²⁺-Ionen zu Fe³⁺, was die intensive Blaufärbung erzeugt. Daher zeigen Vivianit-Stufen oft einen Farbgradienten von farblos (im Innern) bis tiefschwarzblau (an der Oberfläche).
Fundorte
Bolivien (Llallagua, Potosí) liefert die weltbesten Facettiersteine in außergewöhnlicher Klarheit und Größe. Deutsche Funde aus Bayern (besonders aus der Nähe von Bodenmais) sind historisch bedeutend — Vivianit wurde 1817 nach dem englischen Mineralogen John Henry Vivian benannt und zuerst in Cornwall, UK, beschrieben. Brasilien und die DR Kongo liefern Stufen in Museumsqualität.
Als Schmuckstein
Vivianit ist aufgrund der geringen Härte (1,5–2,0 Mohs) und Spaltbarkeit äußerst selten als facettierter Schmuckstein. Es ist ein Sammlermaterial für Kenner. Facettierte Steine über 5 Karat aus Bolivien sind rarste Sammlerobjekte.